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Saison 2009-2010

GESCHICHTE DES THEATERS

 

Das Straßburger Nationaltheater ist ein einmaliger Ort in der französischen Theaterlandschaft. Diese Einmaligkeit hängt mit seiner Geschichte zusammen, die wiederum weitgehend von seinem Standort im Elsass bestimmt ist und sich in seinem institutionellen Status ausdrückt : Das TNS ist in der Reihe der französischen Theater mit Nationalstatus - der Comédie Française, dem Odéon-Théâtre de l'Europe, den Nationaltheatern der Colline und dem Chaillot - das einzige, das sich nicht in Paris, sondern in der Provinz befindet. Aber die hauptsächliche Einzigartigkeit des Straßburger Nationaltheaters ist in dem außergewöhnlichen Theaterensemble begründet, das es seit seinem Entstehen bildet: Unter einem gemeinsamen Dach befinden sich eine Truppe ständiger Schauspieler, die Hochschule für dramatische Kunst (neben dem höheren nationalen Konservatorium für dramatische Kunst in Paris die einzige nationale Schule Frankreichs), zwei Theatersäle (der Bernard Marie Koltès Saal und der während des Umbaus 1996-97 neu gebaute Hubert Gignoux Saal, zusätzlich zu diesen beiden Theatersälen gibt es extra muros das Studio Kablé), Arbeits- und Probesäle, Verwaltungsräume, Ateliers für Bühnenbild und Kostüme. Das TNS beschäftigt ungefähr 100 feste Mitarbeiter.

Seiner Geschichte und seiner Lage in einer Grenzregion wegen hat sich das TNS prioritär einer ganz besonders offenen schöpferischen Produktion und dem europäischen Theater verschrieben. Es zeigt durchschnittlich 15 bis 20 Stücke pro Saison, darunter vier bis fünf Erstaufführungen mit der Truppe der festen Schauspieler (darin inbegriffen auch die Wiederaufnahmen), drei bis vier Gemeinschaftsproduktionen und Gastvorstellungen, einige davon in Fremdsprachen. Pro Jahr werden in Straßburg etwa 150 bis 200 Vorstellungen gegeben, 50 bis 100 während der Tourneen. Egal ob es sich um Erstaufführungen oder Gastvorstellungen handelt, das TNS setzt sich mit seiner Programmierung generell für resolut zeitgenössische künstlerische Arbeiten ein, auch wenn es sich um klassische Texte handelt. Zusätzlich kann das TNS-Publikum die von den Dramaturgie-Abschlussjahrgängen in Workshops produzierten Stücke sehen.

Seit 1954 ist die Hochschule für dramatische Kunst ein integraler Bestandteil des Theaters, mit dem sie sich Räumlichkeiten und Infrastruktur teilt. Sie umfasst mehrere Disziplinen und rekrutiert eine Gruppe von 22 bis 25 Schülern - Schauspieler, Bühnenbildner, Techniker. Seit 2oo1 erhalten auch Regisseure und Dramaturgen eine hochqualifizierte professionelle Ausbildung.

 TNS Führung